Mehr Entlastung für Familien: SPD will Kita-Beiträge in Sprockhövel neu ordnen

SPD-Fraktion beantragt höhere Beitragsfreiheit, klare Einkommensstufen und einen Höchstbeitrag von 500 Euro

Die SPD-Fraktion in Sprockhövel will Familien bei den Kosten für die Kinderbetreuung deutlich entlasten. Mit einem Antrag für den Ausschuss für Jugendhilfe und Schule schlägt die Fraktion eine grundlegende Neufassung der Elternbeitragssatzung für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege vor.

Kern des Vorschlags: Familien mit einem Familieneinkommen von bis zu 50.000 Euro im Jahr sollen künftig keine Elternbeiträge mehr zahlen. Gemeint ist dabei das für die Berechnung der Elternbeiträge maßgebliche Einkommen der Familie. Derzeit liegt die Beitragsfreigrenze deutlich niedriger.

„Familien brauchen gerade jetzt spürbare Entlastung“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Verena Dziadek. „Kinderbetreuung ist keine Luxusleistung. Sie ermöglicht Bildung, unterstützt die Entwicklung unserer Kinder und hilft Eltern dabei, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Deshalb wollen wir die Beiträge gerechter und verständlicher gestalten.“

Nach dem Antrag der SPD sollen künftig nur noch sieben statt bisher elf Einkommensstufen gelten. Die Beiträge sollen dadurch einfacher nachvollziehbar sein. Gleichzeitig möchte die SPD die Einkommensgrenzen stärker an die heutige Lebenswirklichkeit von Familien anpassen.

Besonders stark profitieren würden Familien mit kleinen und mittleren Einkommen. Eine Familie mit einem für die Beitragsberechnung maßgeblichen Familieneinkommen von 45.000 Euro im Jahr müsste nach dem SPD-Vorschlag künftig keine Elternbeiträge mehr zahlen.

Auch für Familien mit mittleren Einkommen sieht der Antrag deutliche Entlastungen vor. Bei einem Familieneinkommen von 72.000 Euro im Jahr soll für ein Kind unter zwei Jahren mit 45 Stunden Betreuung pro Woche künftig ein Monatsbeitrag von 220 Euro gelten. Für Kinder ab zwei Jahren wären es in diesem Beispiel 170 Euro.

„Uns geht es um eine faire Staffelung“, betont Verena Dziadek. „Wer über ein höheres Familieneinkommen verfügt, kann auch einen höheren Beitrag leisten. Aber die Belastung muss nachvollziehbar bleiben. Deshalb wollen wir klare Einkommensstufen und einen festen Höchstbetrag.“

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Begrenzung des höchsten Elternbeitrags. Für ein Kind unter zwei Jahren mit 45 Wochenstunden Betreuung soll der monatliche Höchstbeitrag bei 500 Euro liegen. Damit will die SPD verhindern, dass die finanzielle Belastung für Familien zu stark steigt.

Neben der Entlastung will die SPD auch die Beitragstabelle einfacher machen. Die vorgesehenen Beiträge sollen in glatten Fünf-Euro-Schritten steigen. Unübersichtliche Cent-Beträge soll es nicht mehr geben. Zudem regt die Fraktion an, die Einkommensgrenzen regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf an die wirtschaftliche Entwicklung anzupassen.

Für Dziadek ist der Antrag ein Beitrag zu mehr Familienfreundlichkeit in Sprockhövel: „Wir wollen, dass Familien sich auf ein einfaches und gerechtes System verlassen können. Wer heute eine Kita oder Kindertagespflege für sein Kind braucht, sollte nicht erst komplizierte Tabellen studieren müssen, um zu verstehen, was auf die Familie finanziell zukommt.“

„Mit unserem Vorschlag verbinden wir soziale Entlastung mit einer klareren und transparenteren Struktur“, so Dziadek. „Jetzt sollte der Ausschuss darüber beraten, wie wir die Kinderbetreuung in Sprockhövel für Familien gerechter gestalten können.“

 Der Antrag der SPD-Fraktion soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugendhilfe und Schule am 23. September 2026 beraten werden.